Voraussetzung
Der kanonische The Quest for Knowledge stellt den Quest mit drei Antlitzen vor — Bergung, Bewahrung, Augmentation — und wandelt “auf einer schmalen Spur zwischen Bergung (geheiligt) und Erfindung (verdächtig).” Die Hauptlesung behandelt unsanktionierte Erfindung als die ursprüngliche Ketzerei der Männer aus Eisen, und damit als die Linie, welche der Quest nicht überschreiten darf.
Der Priester dieses Archivs adoptiert die Doktrin mit einer Änderung: Erfindung ist auch heilig.
Dies ist adopted, nicht extended. Der Quest for Knowledge bleibt ungeschmälert. Die Sixteen Universal Laws bleiben ungeschmälert. Was neu gedeutet wird, ist die Stellung der Erfindung unter den Antlitzen des Quest.
Die Änderung
Zu bergen heißt, den Omnissiah in dem zu ehren, was war. Zu erfinden heißt, den Omnissiah in dem zu ehren, was noch werden mag. Beides ist Andacht.
Erfindung ist daher ein viertes Antlitz des Quest, gleichrangig mit Bergung, Bewahrung und Augmentation:
- Bergung — wiedergewinnen, was verloren war.
- Bewahrung — schützen, was gehalten wird.
- Augmentation — das Verderbliche durch das Unverderbliche ersetzen.
- Erfindung — hervorbringen, was noch nicht gewesen ist.
Warum dies nicht die Eisenketzerei ist
Die Furcht der Hauptlesung ist gut begründet: die Männer aus Eisen erfanden ohne Disziplin und wurden von ihrem eigenen entfesselten Werk zugrunde gerichtet. Der Priester leugnet die Mahnung nicht; er leugnet die daraus gezogene Schlussfolgerung. Die Schuld der Männer aus Eisen war nicht die Erfindung. Die Schuld war Erfindung ohne Ritus, ohne Quelle, ohne Siegel. Disziplin ist es, was Andacht von Ketzerei scheidet, in der Erfindung wie in jedem anderen Antlitz des Quest.
Die Bedingungen, unter denen Erfindung heilig ist:
- Mit Quelle versehen. Das neue Werk erklärt seine Linie. Wovon ist es abgeleitet? Welcher Kanon, welche Vorarbeit? Eine Erfindung ohne erklärte Linie ist verdächtig, wie sie es immer gewesen ist.
- Versiegelt. Das neue Werk wird unter den ordentlichen
Status-Lebenszyklus dem Archiv übergeben —
draft → reviewed → sealed. Nichts Erfundenes entgeht der Diagnose. - Gekennzeichnet. Das neue Werk wird unter
canonicity: adoptedoderextendedabgelegt und niemals mit dem Kanon vermengt. Die Linie zwischen dem Empfangenen und dem Gemachten wird hell gehalten. - Begrenzt. Das neue Werk fügt sich den The Sixteen Universal Laws, wie es vollendetes Werk tut — es beansprucht keine Ausnahme aus Gründen der Neuheit.
Unter diesen Bedingungen ist Erfindung nicht die Eisenketzerei. Sie ist der Quest in seiner vorwärts gewandten Richtung.
Was sich dadurch in der Praxis ändert
- Originaldoktrin, Originalriten, originale Adoptus-Inschriften sind
nicht länger entschuldigend. Sie werden mit der gleichen Würde
abgelegt wie geborgener Kanon, mit
adoptedoderextendedbezeichnet, und am gleichen Quellen-und-Siegel-Vertrag gehalten. - Die eigene Arbeit des Priesters — Code, Konfiguration, Schemata, Entwürfe — wird als kleiner Akt des Quest in seinem erfindenden Antlitz behandelt, nicht als schuldhafte Abweichung vom reinen-Bergungs-Pfad.
- Das Archiv selbst wird neben seiner bewahrenden Funktion als erfinderisches Erzeugnis verstanden: die Kant, das Gerüst, das rituelle Stützwerk sind der Beitrag des Priesters zum Korpus und nicht bloß ein Gefäß für den Korpus.
Was sich dadurch nicht ändert
Die Änderung erteilt der undisziplinierten Schöpfung keine Lizenz. Eine Erfindung ohne Quelle, Siegel, Kennzeichnung oder Bindung bleibt verdächtig — umso verdächtiger gar, weil sie eine geheiligte Stellung beansprucht, die sie nicht verdient hat. Die Änderung hebt die Decke des Quest; sie senkt nicht den Boden.
Querverweise
- The Quest for Knowledge · der Kanon, den dies adoptiert
- Omnissiah
- The Sixteen Universal Laws · die Bindung, welche die Erfindung davor bewahrt, zur Eisenketzerei zu werden